ONLINE-TERMIN

Online Terminvereinbarung



Die Kaderschmiede Leschitzki

Die Kaderschmiede Leschitzki

Aufmacher

Hand in Hand beim aktuellen Räderwechsel: Kfz-Mechaniker Frank Masurowski und der frischgebackene Mechatroniker Kevin Sadewasser.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, sagen die Altvorderen bedeutungsvoll. Nicht selten wurde früher respektlos von Lehrpiepsen gesprochen, prädestiniert zum Werkstattausfegen, Bierholen oder Kaffeekochen. Lehrlinge heißen heute Auszubildende, kurz Azubis. Neben dem Begriff hat sich vieles geändert. „Unser Autohaus hat seit seines Bestehens eine große Zahl an Lehrlingen mit Erfolg ausgebildet“, so Geschäftsführerin Madeleine Leschitzki. „Bei uns sind die Auszubildenden vorbehaltlos in den Teams integriert und werden von Ausbildern wie Mitarbeitern vorbehaltlos respektiert.“

Manche der ehemaligen Azubis gehören heute zum Mitarbeiterstamm, einige sind selber wieder Ausbilder. Ob Mechatroniker oder Lackierer, Bürokauffrau und Bürokaufmann, die jungen Leute, die ihre Lehre im Autohaus Leschitzki absolvierten, konnten mit bestem Rüstzeug ihren Berufsweg als Facharbeiter/innen einschlagen.

Jon Belling WEB

Einer von ihnen ist der Loissiner Jon Belling (22, Realschulabschluss). Er hat jüngst die Lehre als Lackierer erfolgreich abgeschlossen. Und – er wurde anschließend bei Leschitzki übernommen.

„Anfangs war die Lehre nicht leicht, weil ich mir erst das richtige Gefühl fürs Farbmischen und Lackieren erarbeiten musste. Auch die notwendige Routine gehörte dazu. Aber alle halfen mir, standen mir echt kollegial zur Seite. Heute natürlich auch!“ Stress während der Ausbildung gab’s höchstens in den Tagen, als die Lackiererei an der Meile umzog. „Meine Arbeit hier in der Lackiererei und Aufbereitung ist so vielfältig und interessant, da kommt keine Langeweile auf.“

Jon macht der Beruf Spaß. Wer genau hinhört, bemerkt seinen Stolz, dass er es zum guten Lackierer geschafft hat. „Ist mein Traumberuf!“

Annika Rudzick WEB

Die künftige Bürokauffrau Annika Rudzick (20, Realschulabschluss), für die Kunden keine Unbekannte, arbeitet sie doch derzeit im Servicebereich hinterm Tresen. „Die vielseitige Ausbildung macht mir Spaß“, versichert Annika. „Ich durchlief alle möglichen Bereiche in der Firma. Zunächst die Buchhaltung, danach orderte ich fürs Lager im Internet Zubehörteile, die ich dann für die Werkstatt bereitstellte. Jetzt nehme ich Kundenaufträge an, vergebe Termine und so.“ Und Kaffee für die Chefin kochen? Sie lacht: „Wir haben einen tollen Kaffeeautomaten. Natürlich serviere ich auch den Kunden Kaffee. Mache aber auch Besorgungen in der Stadt, eben alles, was notwendig ist.“ Die täglichen Autofahrten von Grimmen zur Arbeit sind zwar stressig, „gehören nun mal dazu“. Ein Zimmer in Greifswald zu mieten fiel weg, weil ihr das Zuhause und die Freundinnen fehlen würden. Annika leise, aber bestimmt: „Ich weiß, dass ich hier was für mein Leben lerne, denn ohne Beruf wären meine Chancen später gleich Null.“ Sie gibt aber auch zu, dass ihr das allabendliche Büffeln für die Berufsschule nicht leicht fällt. „Die Chefin setzt mich nun in der Frühschicht ein, da habe ich nachmittags mehr Zeit für mich.“ Das bedeutet freilich auch täglich um fünf raus aus den Federn.

Jakob Juhnke WEB

Für den Jüngsten und künftigen Mechatroniker Jakob Juhnke (17, Realschulabschluss) bedeuten die Wege zwischen Klein Zastrow und Gryps kein Problem. „Die spule ich mit meinem Mopped ab“, lacht er. „Naja, in der Frühschicht heißt es schlimmsten Falls schon Start um sechs. Ist alles kein Stress“. Bastelte er schon als Schüler an Vaters Auto gerne herum, zählt Jakob seit seinem 14. Lebensjahr hierzulande zur erfolgreichen Stock-Car-Legion! Wenn er davon erzählt, ist deutlich herauszuhören, dass der Junge Benzin im Blut hat. Das schrauben ist gewissermaßen sein Leben. „Ich bin hier kein Laufbursche, sondern werde anerkannt, durfte von Anfang an eigenständig Serviceaufgaben erledigen, bei größeren Reparaturen mitarbeiten. In der Berufsschule gibt’s keine Probleme. „Alles chic!“ Und sein Ausbilder? „Der Frank Masurowski ist ein toller Mechaniker! Lerne viel von ihm.“ Jener im Gegenzug mit erhobenem Daumen: „Jakob ist Top. Absolut engagiert!“

Ulli Haack WEB

Bei dem Greifswalder Ulli Haack (20, Realschulabschluss) hingegen war bis zu dem Moment, als in der Schule das Projekt „Kraftpaket“ gestartet wurde, der Berufswunsch offen. „Wir gingen durch Betriebe, auch Autowerkstätten, bekamen Infos. Ich bewarb mich dann bei Leschitzki und durfte zu Probearbeiten antreten. Das hieß zugucken, beobachten, hinhören. Bis ich dann Frank Masurowski bei einer Bremsenreparatur zur Hand gehen durfte.“ Das war der Punkt und für Ulli stand fest: „Das ist es, vor allem BMW“. Die Berufsschule fällt ihm leicht, außer Sozialkunde. Aber er schafft das. Wenn die Mutter ihm sagte, er solle sich Mühe geben, dann meint heute die Chefin, Madeleine Leschitzki, dass Ulli bei gleichbleibenden Leistungen und Engagement die Berufsschule und Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker 2017 erfolgreich abschließen wird.“ Sein Ausbilder: „Der brennt!“. Inzwischen gehen Ullis Gedanken weiter: „Bin am überlegen, ob ich nach der Lehre den Meister mache. Vom Praktischen her kein Problem, heißt aber auch drei Jahre Schule. Wäre aber mein Ziel.“

Kevin Sadewasser WEB

Anders der Weg beim frischgebackenem Mechatroniker Kevin Sadewasser (20, Realschulabschluss), aus Loissin. Schon als Schüler zog es ihn zu Zwei- und Viertaktern hin, was seine Eltern zur Jugendweihe mit einer gepflegten Simson SR1 belohnten. Erste Testfahrten auf Feldwegen sollen Fahrer und Moped nahezu ohne Blessuren überstanden haben. Wen wundert‘s da, welchen Beruf Kevin frühzeitig ins Auge fasste. Auf Bewerbungen bei Greifswalder Autohäusern kam schließlich vom Hause Leschitzki die Einladung zur Probezeit. „Alles passte“,  sagt er rückblickend, „Frank Masurowski war mein Ausbilder. Klasse. Erst guckte ich ihm über seine Schulter, doch nach kurzer Zeit stand er neben mir und ich durfte selbstständig arbeiten. Super!“ Sein ehemaliger Ausbilder nickt und hebt den Daumen. Manche Azubis haben „echten Horror“ vor der Berufsschule? Er winkt ab: „Da muss man durch. Ich habe alles geschafft!“ Werkstattmeister Jürgen Steinbiß: „Bei Kevin war es frühzeitig erkennbar, dass er unseren Servicebetrieb bereichert.“ Die Weisheit der Altvorderen, was Hänschen nicht lernt, Hans nimmermehr lernt, ist Kevin bewusst. Ob der nächste Schritt zum Meisterstudium nach Rostock führt? Er zögert: „Ja, aber jetzt will ich erst mal durchatmen, ordentliche Arbeit leisten.“ Verständlich.

Bei allen Auszubildenden im Autohaus Leschitzki, wie auch denen, die es geschafft, haben wird deutlich: Die Grundlagen für solche charakterliche Stärken wie gute Umgangsformen und freundliches Auftreten, Kontaktfähigkeit und Teamgeist, Fleiß und Arbeitsfreude, Flexibilität und Verantwortungsbewusstsein werden bereits im Elternhaus geschaffen, die notwendige Wissensbasis für den späteren Berufsweg in der Schule und im Ausbildungsbetrieb. Es gilt stets frühzeitig eigenes Anspruchsdenken und die Berufung zu hinterfragen, denn wer nur Fun sucht und ohne sich zu bücken viel Geld in die Tasche stecken will, könnte dies eines Tages leicht bereuen.